Du hast gerade angefangen, mit einem 3D-Drucker zu experimentieren? Oder du möchtest einfach lernen, wie man aus realen Objekten digitale 3D-Modelle erstellt? Dann ist dieses Tutorial genau das Richtige für dich.
Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie du mit deiner Handykamera ein Objekt fotografierst und daraus mithilfe kostenloser Tools ein echtes 3D-Modell erzeugst – ganz ohne Vorkenntnisse.
Als Erstes starten wir damit, das Objekt in möglichst hoher Qualität und mit konstantem Fokus aus verschiedenen Blickwinkeln zu fotografieren.
Achte auf folgende Punkte, damit dein Objekt möglichst gut modelliert werden kann:
Tipp: Mache lieber 30–50 Bilder zu viel als zu wenig. Du kannst später immer aussortieren – aber fehlende Blickwinkel ruinieren den 3D-Rekonstruktionsprozess.
Mein Objekt, das ich digitalisieren möchte, ist folgendes:
Es ist nicht ideal, hat Spieglungen und ein schwieriges Matieral, aber wir schauen mal, was daraus wird.
Ich habe das Objekt gefilmt und dann mit einem einfachen Python-Skript alle Frames aus dem Video extrahiert. Unten siehst du ein paar der extrahierten Frames, damit klar ist, woran wir arbeiten:
import os, cv2
video_path = "path/to/video.mp4"
output_dir = "assets/oscar"
frame_step = 30 # jeden 30. Frame speichern (~1 FPS bei 30 FPS Video)
os.makedirs(output_dir, exist_ok=True)
video = cv2.VideoCapture(video_path)
frame_index = 0
while True:
ok, frame = video.read()
if not ok:
break
if frame_index % frame_step == 0:
cv2.imwrite(os.path.join(output_dir, f"frame_{frame_index:06d}.jpg"), frame)
frame_index += 1
video.release()
Hinweis: Installiere OpenCV für Python mit pip install opencv-python.
Es gibt mehrere Wege, um aus Fotos ein 3D‑Objekt zu erzeugen. In diesem Abschnitt stelle ich verschiedene Tools vor – von kostenlos bis kommerziell.
Agisoft Metashape ist ein kommerzielles Tool, das für 30 Tage kostenlos ausprobiert werden kann. Es eignet sich gut, um den kompletten Ablauf von Fotos bis hin zu einem fertigen 3D-Modell kennenzulernen. Du kannst unter “import” aber auch ein Video importieren. Der typische Workflow sieht so aus:
Kurz‑Workflow:
Datei → Fotos hinzufügenArbeitsablauf → Fotos ausrichtenBegrenzungsrahmen eng um das Objekt legenArbeitsablauf → Tiefenkarten erstellen → Dichte Punktwolke erstellenArbeitsablauf → Mesh erstellen (Quelle: Tiefenkarten)Arbeitsablauf → Textur erstellen (Abbildungsmodus: Mosaik, Auflösung: 4k–8k, Lücken füllen: Ein)Datei → Exportieren (z. B. OBJ / PLY / GLB)